NEU: 1. Änderung der Feinstaubverordnung - Oldtimer von Kennzeichnung ausgenommen

Da die Feinstaubthematik in den letzten Wochen und Monaten erheblich an Dynamik gewonnen hat, will ich - auch vor dem Hintergrund der vergangenen Diskussion zur Kfz-Steuer für Wohnmobile - versuchen, mit diesen Seiten die mir zugänglichen Informationen zusammengefast und möglichst verständlich darzustellen.

Die wesentlichen Schlagwörter sind meines Erachtens:
- Kennzeichnung der Fahrzeuge
- Nachrüstung von Partikelfiltern
- steuerliche Folgen
- Umweltzonen und deren Folgen

Kennzeichnung der Fahrzeuge
Die Bundesregierung hat zwischenzeitlich die Verordnung zum Erlass und zur Änderung von Vorschriften über die Kennzeichnung emissionsarmer Kraftfahrzeuge (BGBl. I S. 2218) beschlossen, die zum 01.03.2007 in Kraft tritt. Die Verordnung findet ihr über den entprechenden Menüpunkt.
Ziel der Verordnung ist die Kennzeichnung von Diesel- und Benzinfahrzeugen nach ihrem Emissionsverhalten sowie die Kennzeichnung von Umweltzonen - für die Fahrverbote erlassen werden können - durch ein entsprechendes Verkehrszeichen.
Darüber, welche Schlüsselnummern für Wohnmobile welche Schadstoffstufe zur Folge haben, gibt es bei den verschiedenen Institutionen (TÜV, ADAC, KBA, Bundesverkehrsministerium) unterschiedlichste Auffassungen. In einem Wohnmobilforum habe ich eine mir zwischenzeitlich vom Bundesverkehrsministerium bestätigte eine Information gefunden, nach der sich die Zuordnung der Schadstoffklassen bei Wohnmobilen nicht nur aus den letzten 2 Ziffern der Schlüsselnummer ergibt.
Im Ergebnis gelten danach für Wohnmobile über 2,8 to zGg die Einstufungen, die in den meisten mir bisher bekannten Veröffentlichungen den LKW´s zugeordnet sind. Einzelheiten sind DIESEM VERMERK des Ministeriums zu entnehmen (Name des Verfassers und Telefonnummer wurden von mir entfernt).

Hierdurch wird der unterschiedlichen Schadstoffeinstufung von Wohnmobilen hinsichtlich ihrer Zuordnung zu den Typklassen "PKW" und "LKW" Rechnung getragen.
Zwischenzeitlich (Januar 07) hat der ADAC seine Tabelle überarbeitet und führt unter den Fahrzeugen der Klasse N zusätzlich Wohnmobile mit einem zGg > 2800 kg auf. Einzelheiten finden sich in DIESER Information des ADAC.

Zum Vergleich, der TÜV Nord hat DIESE TABELLE herausgegeben. Aber Vorsicht: Hiernach wären alle Wohnmobile unabhängig vom zGg der Klasse M1 zuzuordnen !


Die für die Kennzeichnung erforderlichen Plaketten gibt es seit März 2007 bei allen Zulassungsstellen sowie bei all den Stellen die die HU durchführen (TÜV, GTÜ, DEKRA, Werkstätten) für einen Obulus von 5,-- EUR. Niemand ist verpflichtet, sich eine entsprechende Plakette zu besorgen. Allerdings ist ohne Plakette die Einfahrt in eine Umweltzone verboten.
Hervorzuheben ist meines Erachtens noch, dass die Regelungen auch für nicht in Deutschland zugelassene Kraftfahrzeuge gilt.
An dieser Stelle möchte ich auch auf die im Menü "Kfz-Steuer" gemachten Informationen zum Duc 290 zur Änderung der Schlüsselnummer und damit einhergehenden Änderung der Emissionsklasse verweisen. Im Ergebnis bedeutet dies jedoch für die Halter keine Verbesserung bezgl. der Plakettenzuordnung.

NEU März 2014 - Falsche Feinstaubplakette
Wer in seinem Fahrzeug eine Feinstaubplakette verklebt hat die nicht der für dieses Fahrzeug zulässigen Plakette entspricht, dem wir seit 2014 bei der HU wegen eines erheblichen Mangels keine Prüfplakette erteilt.

Nachrüstung von Partikelfiltern
Bisher gestaltet sich der Markt für Partikelfilter für Wohnmobile noch sehr übersichtlich. Bisher habe ich noch keine Informationen darüber gefunden, dass durch den Einbau eines Partikelfilters in ein Wohnmobil tatsächlich eine bessere Emissionsklasse und damit eine andere Kennzeichnung - und letztlich auch eine andere Kfz-Steuer - erreicht werden kann. Aber selbst wenn gilt es im jeweiligen Einzelfall zu prüfen, ob Kosten und Nutzen in einem vertretbaren Aufwand zueinander stehen.
Die Firma HJS hat mir auf meine Anfrage mitgeteilt, dass sie einen Filter für Wohnmobile auf Fiat Ducato 2,3 JTD und 2,8 JTD. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 2.800,-- EUR zzgl. Monatge. Weder wird durch die Nachrüstung eine bessere Schadstoffeinstufung erzielt noch gibt es eine Förderung.

So, ich hoffe diese Informationen haben bzw. werden euch helfen.