24.12.2015 bis 02.01.2016 - Jahresabschlusstour 2015 - Insel Rügen und Wismar

Donnerstag, 24.12.
Heiligabend, oder besser gesagt "Heiligmorgen".
Nachdem wir gestern die meisten Dinge für die kommende Tour vorbereitet haben ist das WoMo schnell startklar und kurz vor 11:00 starte ich den Motor. Normalerweise hätte man anlässlich des Datums auch den Schlitten packen und Rudi und Co. ein freundliches "los geht's" zurufen können. Aber bei den aktuell frühlingshaften Temperaturen wären wir wohl so nicht weit gekommen.
Über die B404/A21 rollen wir nach Bad Segeberg und von dort weiter über die Küstenautobahn A20 gen Osten. Als Etappenziel für heute haben wir uns Stralsund ausgeguckt. So verlassen wir ca. 40km vor der Hansestadt die Autobahn und streben quer durc Felder und Wälder der Küste entgegen. Der Stellplatz kurz vor dem Rügendamm / der Rügenbrücke ist schnell gefunden. Außer uns sind bereits fünf Mobile auf dem Platz.

Anmerkung zum Stellplatz
Es gibt bei dem örtlichen Wohnmobilhändler zwei Plätze. Der alte Platz liegt direkt an der B96 und kostet 12,-- EUR. Der neue angelegte Platz mit höherwertiger Ausstattung (WC, Dusche, Wschmaschine) liegt etwas Abseits der B96 und kostet 15,-- EUR. Beide Plätze verfügen über eine kostenpflichtige VuE. Kritisch finde ich, dass auf dem neuen Platz die Toilettennutzung im Preis enthalten ist. Wer jedoch sein WC im Mobil nutzt, muss für die Kasettenentleerung 1,-- EUR extra zahlen.

Nachdem wir uns eingerichtet und einen Pott Kaffee getrunken haben, laufen wir vor zum Rügendamm. Von hier aus schlendern wir vorbei am Hafen zum Ozeaneum. Inzwischen ist es dunkel geworden und so können wir wenig später den Lichterglanz am Rathaus und in der Fußgängerzone genießen.
Zurück am Mobil gönnen wir uns einen Glühwein und lassen den Tag ausklingen.

KM (Tag / Gesamt) 273km / 273km
Übernachtungskosten
(Tag / Gesamt)
15,-- / 15,-- EUR
18439 Stralsund, Werftstrasse 16
E 013° 05' 53", N 54° 18' 07"
 

Freitag, 25.12.
In der Nacht hat es geregnet. Als wir die Jalousien öffnen erblicken wir jedoch einen blauen Himmel. Der Preis dafür, den wir jedoch gerne zahlen, sind Tagestemperaturen im einstelligen Bereich. Nach dem Frühstück verlassen wir den Stellplatz und fahren über den Rügendamm auf die größte deutsche Insel. Hier wechseln wir auf die neue B96 und folgen dieser bis zum Ende der Ausbaustrecke. Seit unseem letzten Tripp nach Rügen im September 2006 hat sich, wie wir heute noch häufiger feststellen werden, hier einiges verändert.
Etwas später verlassen wir die B96 und folgen der Ausschilderung nach Binz. Am Ortseingang beschließen wir das schöne Wetter für einen Strandspaziergang zu nutzen. Obwohl eine ganze Menge Menschen diese Idee hatten ist es kein Problem einen Parkplatz direkt am Strand zu finden. Da wir heute in Binz übernachten wollen wenden wir dem Ort den Rücken zu und laufen in Richtung Prora. Ehe wir uns versehen haben wir dieses Denkmal aus einer früheren Zeit bereits erreicht und staunen über die Veränderungen. Da Bilder ja bekanntlich mehr als 1.000 Worte sagen, habe ich auch ein paar Fotos von Prora aus 2006 rausgesucht.
Nach unserem 8km Spaziergang fahren wir Richtung Ortszentrum. Auf dem dortigen Parkplatz, auf dem wir bereits 2006 gestanden haben, ist die Übernachtung mit dem Wohnmobil noch immer gestattet. Als wir vor der Schranke stehen, treten wir jedoch schnell den Rückzug an. Für 24 Stunden auf einem Parkplatz ohne Infrastruktur für Wohnmobile verlangt der Betreiber, ein Autohaus, 17,-- EUR. Auch wenn uns bewusst ist das Rügen für Wohnmobilisten - und wohl nicht nur für die - kein Schnäppchen ist, sind wir nicht bereit diese Preis zu zahlen. Zum Vergleich, vor knapp zwei Wochen habe ich auf Sylt für weniger Geld auf einem Campingplatz übernachtet.
So kehren wir Binz zum zweiten mal an diesem Tag den Rücken zu. Neues Ziel ist Sellin. Hier gibt es sowohl einen Parkplatz auf dem das übernachten erlaubt ist, als auch einen Stellplatz. Ob letzterer geöffnet hat, werden wir jedoch erst vor Ort erfahren. Denn laut Homepage ist die Öffnung zu dieser Jahreszeit wetterabhängig. Vor Ort angekommen stellen wir fest, das der Platz geöffnet hat. Auch hier werden zwar 13,-- EUR zzgl. Strom (0,50 EUR für 0,8 kw) und Kurtaxe (1,40 EUR p.P.) fällig. Dafür gibt es halt auch die komplette Infrastruktur und keinen störenden PKW Verkehr.
Nachdem wir uns noch ein wenig gestärkt und von unserem Spaziergang erholt haben, starten wir noch zu einem Bummel zur örtlichen Seebrücke. Als wir dort ankommen ist es bereits dunkel. So können wir uns nicht nur am Anblick der angestrahlten Seebrücke, sondern auch an dem knapp oberhalb des Horizonts stehendem Vollmonds erfreuen. Mit diesen Eindrücken nähert sich dann auch der heutige Tag seinem Ende.

KM (Tag / Gesamt) 60km / 333km
Übernachtungskosten
(Tag / Gesamt)
13,-- / 28,-- EUR
18586 Sellin, Kiefernweg 4B
E 013° 42' 06", N 54° 22' 18"
 


Blick von Binz zum Kreidefelsen


Strand Binz


Prora 12.2015


Prora 12.2015


Prora 12.2015


Prora 08.2006


Prora 08.2006


Reisemobil Hafen Sellin


 

Samstag, 26.12.
In der Nacht hat sich ein Wolkenband vor Mond und Sterne geschoben. Das beschert uns zwar höhere Temperaturen, aber leider auch Dauerregen. Als erstes Opfer ist hier "unsere" Stromsäule zu nennen. Diese hat irgendwann in der Nacht ihren Betrieb eingestellt. So verlängere ich noch vor dem Frühstückskaffee das Kabel zur nächsten Säule. Ein weiteres Opfer ist das Paar Schuhe unseres Nachbarn. Dieses hatte er nämlich gestern vor dem WoMo stehen lassen.
Ob der Wetterlage die sich eindeutig aktivitätsmindernd auswirkt beschließen wir heute auf dem Stellplatz zu bleiben. So finde ich, begleitet vom prasseln des Regens, Gelegenheit diesen Reisebericht zu beginnen.
Schade das wir erst seit Donnerstag unterwegs sind. Das Wetter hätte locker zugelassen einen Reisbericht für eine Dreiwochentour zu schreiben. Es regnet, regnet und - genau - regnet. Erst irgendwann in der Nacht hört es auf.

KM (Tag / Gesamt) 0km / 333km
Übernachtungskosten
(Tag / Gesamt)
13,-- / 41,-- EUR
18586 Sellin, Kiefernweg 4B
E 013° 42' 06", N 54° 22' 18"
 

Sonntag, 27.12.
Damit liegt Weihnachten 2015 hinter uns. Auch unser Aufenthalt auf dem Stellplatz in Sellin endet. Bevor wir den Platz verlassen ist allerdings noch ein Stopp an der VuE angesagt.
Heute wollen wir die Insel ein wenig bereisen. Als erstes steuern wir den Südosten von Rügen an. Über das Ostseebad Thiessow erreichen wir Klein Zwicker am Ende des Thiessower Haken. Doch Wohnmobile sind hier nicht wirklich willkommen. Es gibt lediglich gebührenpflichtige Parkplätze für PKW oder Busse. So nutzen wir die örtliche Wendeschleife und kehren ins Ostseebad zurück. Hier gibt es neben dem gebührenpflichtigen Parkplatz für PKW auch Plätze, auf denen es keine Fahrzeugeinschränkungen gibt und das Parken mit Parkscheibe für eine Stunde kostenfrei ist. Was haben wir für ein Glück das wir um 11:02 Uhr einparken. So haben wir die nächsten knapp 90 Minuten Zeit um etwas entlang der Küste zu bummeln.
Zurück am WoMo fahren wir weiter nach Gager, wo wir den Parkplatz am Hafen für unsere Mittagspause nutzen. Nach einem letzten Abstecher nach Alt Reddevitz verlassen wir den Südosten von Rügen und gelangen über Sellin und Binz nach Sassnitz. Auch hier bleibt die Kommunalpolitik konsequent. Die meisten Parkplätze sind ausschließlich für Personenwagen zugelassen. Aber es gibt einen Parkplatz direkt an der Kaimauer, wo auch Wohnmobile zugelassen sind. Leider sind die kostenpflichtigen WoMo-Plätze (2,-- EUR/Stunde, Tagesticket von 08:00 - 20:00 12,-- EUR; Übernachtungstarif von 20:00 - 08:00 12,-- EUR) von hier kostenfrei stehenden PKW zugeparkt. Platz hätten wir noch auf dem Busparkplatz gefunden. Aber 1. kann ich mich nicht über falsch geparkte PKW ärgern und dann selber falsch parken und 2. missfällt mir die örtliche Preispolitik. So nehmen wir unser Geld mit und verlassen Sassnitz mit dem Ziel Glowe. Hier gibt es einen Parkplatz wo auch Wohnmobile willkommen sind und auch die gesamte Stellplatz Infrastruktur vorgehalten wird. Bei unserer Ankunft sind alle Plätze frei. Allerdings sind die Stromsäulen außer Betrieb (könnte ich mit leben) und ob die VuE irgendwann zur Verfügung steht bleibt unklar. Obwohl diese laut Aushang im Preis enthaltenen Leistungen nicht verfügbar sind, fordert der Parkscheinautomat das volle Entgelt von 13,-- EUR. Okay, der Parkplatz ist teilweise gepflastert und damit nach dem Dauerregen sauber. Aber das ist uns das Geld dann doch nicht wert. So starte ich den Motor erneut und wir fahren weiter nach Altenkirchen. Hier gibt es Stellplätze ab 9,-- EUR und mit unserer ACSI-Campingcard für ein paar Euro mehr das volle Campingangebot. Da der SP unter dem Dauerregen gelitten hat entscheiden wir uns für den CP.

KM (Tag / Gesamt) 104km / 437km
Übernachtungskosten
(Tag / Gesamt)
18,-- / 59,-- EUR
18556 Altenkirchen/Drewoldke, Zittkower Weg 30
E 013° 22' 37", N 54° 38' 15"
 


bei Thiessow


Blick vom Lotsenturm Thiessow nach Osten


Blick vom Lotsenturm Thiessow nach Norden


bei Gager


 

Montag, 28.12.
Nachdem es in der Nacht mal wieder etwas windiger war beginnt der Tag mit tiefhängenden Wolken. Der inzwischen mäßiger wehende Ostwind reißt die Wolkendecke jedoch bald auf. So hole ich trotz der nur 6,5°C die Fahrräder aus der Garage und wenig später sind wir auf dem Weg zum Kap Arkona an der Nordspitze von Rügen. Der Blick auf die bekannten Kreidefelsen bleibt uns jedoch verwehrt. Alle Treppen runter zum Strand sind aus Sicherheitsgründen gesperrt. So laufen wir nur ein wenig entlang der Steilküste und suchen ein paar Geocaches.
Dank Rückenwind ist der Rückweg zum Knaus-Campingpark nur ein Klacks. Hier lassen wir unseren letzten Tag auf der Insel im WoMo mit hochgelegten Füßen ausklingen. Morgen werden wir Richtung Wismar, wo wir zum Jahreswechsel mit Freunden verabredet sind, aufbrechen.

KM (Tag / Gesamt) 0km / 437km
Übernachtungskosten
(Tag / Gesamt)
18,-- / 77,-- EUR
18556 Altenkirchen/Drewoldke, Zittkower Weg 30
E 013° 22' 37", N 54° 38' 15"
 


 


Riesenberg Nobbin


Blick Richtung Kap Arkona


Kap Arkona


 

Dienstag, 29.12.
In Ruhe frühstücken, danach aufklaren, an der VuE stoppen und zahlen. Der Dienstag beginnt also ganz klassisch. Klassisch geht es auch mit einem Einkaufsstopp weiter. Dann ist es endgültig Zeit die Insel zu verlassen, wozu wir diesmal die Rügenbrücke wählen.
Beim Frühstück haben wir überlegt die kommende Nacht auf dem Darß zu verbringen. Leider sind hier auch außerhalb der Saison die Parkmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Und wenn es dann erlaubt ist, sind die Preise gesalzen. Da auch das Wetter mit Temperaturen um 2°C, Ostwind und Wolken nicht wirklich zu einem Strandspaziergang einladen, beschließen wir direkt nach Wismar durchzuziehen.
Als wir am Stellplatz am Westhafen eintreffen verkündet schon ein Schild in der Zufahrt das der Platz voll belegt ist. Aber wir haben ja, wenn auch erst ab morgen, reserviert. Das wir einen Tag früher als geplant eintreffen ist kein Problem und wenig später haben wir die letzte Parkposition für 2015 bezogen.

KM (Tag / Gesamt) 238km / 675km
Übernachtungskosten
(Tag / Gesamt)
10,-- / 87,-- EUR
23966 Wismar, Schiffbauerdamm 12
E 011° 27' 05", N 53° 53' 38"
 

Mittwoch, 30.12.15 bis Freitag, 01.01.16
Die letzten Tage des Jahres 2015 und die ersten Stunden des Jahres 2016 verbringen wir wie schon häufiger in den vergangenen Jahren. Wir bummeln durch die Stadt und entlang des Hafens und besuchen das ein oder andere Lokal. Den Jahreswechsel beginnen wir mit einem Besuch beim Kroaten und setzen ihn auf dem Stellplatz, wo wie jedes Jahr eine entspannte Party stattfindet, fort.

KM (Tag / Gesamt) 0km / 675km
Übernachtungskosten
(Tag / Gesamt)
3 x 10,-- / 117,-- EUR
23966 Wismar, Schiffbauerdamm 12
E 011° 27' 05", N 53° 53' 38"
 

Samstag, 02.01.
Mit dem heutigen Tag endet unsere Jahreswechseltour. Im Laufe des Vormittags löst sich unser Grüppchen nach und nach auf und nach einer letzten Wartezeit an der Entsorgung rollen wir vom Platz. Kurz vor der Autobahn bunkent wir noch Diesel. Dann geht es auf der A20 gen Westen. Leider haben diese Idee auch andere Urlauber. Da außerdem auf der A1 bei Lübeck der Verkehr in Richtung Hamburg auf mehrere Kilometer stockt, hat sich auch vor uns ein Stau von ca. 4km Länge entwickelt. Wir wechseln daher frühzeitig auf die linke Spur und kommen so noch recht zügig voran. Ab dem Autobahnkreuz haben wir dann in Richtung Bad Segeberg wieder freie Fahrt.
Nach einem Stopp bei einem großen Möbelhaus in Segeberg erreichen wir am frühen Nachmittag unseren Stellplatz in Kiel. Da für die kommenden Tage Frost angesagt ist, müssen wir heute etwas mehr als üblich aus dem Mobil ausräumen.

KM (Tag / Gesamt) 143km / 818km
Übernachtungskosten (Gesamt) 117,-- EUR