13. - 23.04.06 Wesertour
 

Donnerstag, 13.04.
Nachdem Susanne und ich beide zeitig Feierabend gemacht haben, geht es bereits gegen 13:30 Uhr bei trockenem Wetter auf die Piste. Für die A7 werden vorm Elbtunnel 4 km Stau angesagt. Da wir bei der letzten Tour durch den Elbtunnel auf solch eine Meldung reingefallen sind und dann 20 km Stau hatten, beschließen wir über Segeberg auf die A1 zu fahren. Die Strecke ist frei und wir kommen bis Hamburg gut durch. Nach Hamburg herrschen teilweise kräftige Regenschauer die die Fahrt etwas verlangsamen, aber im Vergleich zu den 16 km Stau im Gegenverkehr kommen wir super durch und treffen gegen 17:30 Uhr am Stellplatz an der Doppelschleuse in Bremerhaven ein. Leider zu spät, der Platz ist voll (teilweise für ein Treffen gesperrt). Der Ausweichplatz sagt uns nicht zu und so ändern wir unsere Planung und setzten mit der Weserfähre (10,10 EUR) über um in NORDENHAM auf einem einfachen Übernachtungsplatz am Freizeitbad (08° 28’ 25“ Ost, 53° 29’ 38“ Nord, kostenfrei) zu nächtigen.

Freitag, 14.04.
Nach einer sehr geruhsamen Nacht, unterbrochen von einem kräftigen Regenschauer, lassen wir es langsam angehen. Erstmal wird gemütlich gefrühstückt bevor es ca. 50 km weiter nach LEMWERDER geht. Dort finden wir auf einem kleinen Stellplatz (ehem. Vulkan-Parkplatz, 08° 36’ 00“ Ost, 53° 10’ 11“ Nord, kostenfrei) direkt auf dem Weserdeich ein ruhiges Plätzchen mit Blick auf die Lürssen Werft. Das Wetter verwöhnt uns mit viel Sonne, es geht jedoch ein kühler Wind.

Samstag, 15.04.
Heute wollen wir nach Bremen ins Universum Science Center. Deshalb stehen wir bereits gegen 07:30 Uhr auf. Nach einem etwas kürzerem Frühstück geht es erstmal in den Ort zu einem weiteren SP mit V&E (Bodeneinlauf, kostenfrei - Bitte um Spende). Weiter geht es dann nach Bremen zum SP am Kuhhirtenweg, der eigentlich unser späteres Übernachtungsdomizil werden sollte. Wie jedoch auf Grund eines Postings in einem Internetforum zu vermuten war, ist der Platz immer noch nicht wieder richtig befahrbar. Da wir ja noch einen alternativen Platz in HB auf unserer Liste haben, geht es jetzt zielstrebig zum USC. Leider haben meine “Alte Schlampe” und ich heute eine gewisse Kommunikationsstörung. Mal will sie in eine Straße die ich nicht nutzen darf und dann sind wir uns mal wieder uneins, welches die 5te Ausfahrt aus dem Kreisverkehr ist. Schließlich landen wir noch auf von Wochenmarktbesuchern zugeparkten Straßen und Susanne hat langsam die Schweißtropfen auf der Stirn. Irgendwann haben wir es dann doch geschafft und das USC erreicht (Tageskarte Parkplatz 0,60 EUR; Eintritt 12,-- EUR/Erw.; 10% Rabatt für ADAC). Das USC ist sehr interessant. Insbesondere Kinder erhalten hier zu den 3 Themenbereichen “Mensch”, “Erde” und “Kosmos” ein teilweise auf spielerische Art vermitteltes Wissen. Auch unsere Entscheidung das USC am Ostersamstag zu besuchen war richtig, da es insgesamt recht leer ist. Allerdings macht die Luft im USC Susanne zu schaffen, sodass wir den Aufenthalt nicht über gebühr ausdehnen und weiter Richtung “Haus am Walde” fahren. Diese Idee hatten bei dem schönen Wetter jedoch auch noch andere Leute, sodass es um Parkraum für uns schlecht bestellt ist. Deshalb fahren wir ein paar Meter weiter zum Stadtwaldsee (oder so ähnlich). Ein Parkplatz für PKW bietet uns genug Raum, um eine Zwischenstopp für einen Hundespaziergang einzulegen (dort auch recht neuer CP mit SP für 9,-- EUR von 17:00 - 10:00 Uhr). Nun soll es aber endlich auf den SP in HB-Lesum, Im Pohl gehen. Die eigentlichen Stellplätze sind zwar belegt aber wir finden noch ein Plätzchen am Rand des Buswendeplatzes, lösen für 3,-- EUR den Parkschein und machen uns auf den Weg zur Eisdiele. Der wird allerdings nur rund 20 m lang, da wir auf einmal einen für ein Osterfeuer aufgeschichteten Haufen entdecken, der nur rd. 10 m von unserem Mobil entfernt hinter einer Buschreihe liegt. Auf Nachfrage wird uns bestätigt, dass das Feuer heute abgebrannt werden soll. Nein danke ! Also verlassen wir Bremen und fahren nach SYKE auf den SP am Hallenbad (08° 49’ 31“ Ost, 52° 54’ 17“ Nord, kostenfrei). Die dort ausgewiesenen Plätze haben zwar nur T4 Format, da wir aber alleine sind, ist das nicht störend.
 

Lürsen Wert / Lemwerder

Universum Science Center (USC)

Tornado / USC


Sonntag, 16.04.
In der Nacht hat es “endlich” wieder angefangen zu regnen und der Ostersonntag beginnt trist und grau. Ob des Wetters folgen wir der Bundesstraße durchs Hinterland nach NIENBURG, wo wir bereits gegen 10:00 Uhr eintreffen. Wir haben Glück und finden auf Anhieb ein freies Plätzchen. Der Tag gestaltet sich vom Wetter her sehr wechselhaft und so haben wir - neben dem Spaziergang durch die fußläufig erreichbare Fußgängerzone - Zeit und Muße das Wechselspiel der Wohnmobile auf dem SP direkt an der Weser (09° 12’ 04“ Ost, 52° 38’ 03“ Nord, kostenfrei, V&E kostenpflichtig) zu beobachten. Hier in Nienburg kreuzen wir nun auch die Deutsche Fachwerkstraße.
In den Regenpausen gehe ich dem zweitliebsten Hobby des WoMo-Fahrers, dem basteln am WoMo, nach. Prompt passiert natürlich was passieren muss. Ich himmle eine Sicherung für die ich natürlich keinen Ersatz mit habe (der liegt warm und trocken Daheim in der Garage - warum bloß ?). Dafür kann ich aber das Schloss unserer Aufbautür soweit Instand setzen, dass wir keinen Abstecher zu einem LMC-Händler machen müssen. Aber es gibt ja noch andere Wohnmobilisten. Und so ergattere ich am Abend nicht nur den ein oder anderen Ouzo, sondern auch eine neue Sicherung.
 

Stellplatz Nienburg

Schachtschleuse


Montag, 17.04.
Nach anfänglichem trockenem Wetter regnet es sich bereits vor unserer Abfahrt wieder ein. Der Weg führt uns heute erstmal nach Minden zur Schachtschleuse. Die Schleuse bildet mit ihrer Kammer von 85 x 10 m und einer Hubhöhe von 13,20m den Übergang zwischen der Weser und dem Mittellandkanal. Weiter geht es zum SP Kanzler Weide (08° 55’ 30“ Ost, 52° 17’ 15“ Nord) auf dem noch reger Betrieb herrscht, bei dem man sich vorstellen kann, was hier über Ostern los war. Da uns der Platz jedoch nicht anspricht, geht es weiter Richtung Porta Westfalica und Kaiser Wilhelm Denkmal und dann nach RINTELN. Das erste Ziel in Rinteln ist der „ Steinzeichen Steinbergen“. Laut Stadtplan gibt es hier einen interessanten Aussichtsturm, den „Jahrtausendblick“. Allerdings soll der Eintritt in den Park 8,-- EUR/Erw. betragen und ist wohl eher auf Familien mit Kindern ausgerichtet. Deshalb sparen wir uns das Geld und fahren weiter zum SP (09° 04’ 41“ Ost, 52° 11’ 31“ Nord, kostenfrei, V&E je 1,-- EUR). Der SP ist jedoch recht aufgeweicht und deshalb weichen wir auf den angrenzenden Parkplatz „Weseranger“ aus. Abends geht es zum Chinesen.

Dienstag, 18.04.
Wir erwachen bei strahlendem Sonnenschein, der jedoch wohl nur dazu dienen sollte, uns von unserer Matratze zu locken. Kurz nach dem Start in Richtung Externsteine schüttet es mal wieder aus Kübeln. Das Wetter bleibt bis zu unserem Eintreffen in BODENWERDER (09° 31’ 05“ Ost, 51° 58’ 48“ Nord, 4,--/24 Std., V&E 2,-- EUR) wechselhaft. Bodenwerder selber ist eine eher verträumte kleine Münchhausenstadt.

Mittwoch, 19.04.
Nach einem gemächlichen Frühstück verlassen wir Bodenwerder um erstmal nach Hameln zu fahren. Als Problem erweist sich die Parkplatzsituation. So verfügt Hameln zwar über unzählige Parkhäuser, jedoch keine für ein WoMo geeigneten Parkflächen. Letztendlich parken wir in der Uferstraße und machen einen Bummel durch die ansprechende Rattenfängerstadt. Der Weg führt uns dann weiter nach Holzminden, wo wir die nächste Übernachtung geplant hatten. Allerdings sagte uns der Platz nicht zu und wir versuchten unser Glück in Höxter. Aber es sollte wohl nicht unser Tag sein. Der SP direkt an der Weser (Milchweg) war wegen einer Veranstaltung gesperrt und die beiden Ausweichplätze in Höxter-Godelheim waren auch ein Reinfall. Der eine Platz war eine einfache Schotterfläche, eingerahmt von Gestrüpp. Der zweite Platz auf dem Parkplatz des mit EU-Mitteln geförderten Naherholungsgebietes war wesentlich ansprechender. Allerdings hat die Stadt Höxter die EU-Mittel wohl erstmal in den Kauf von “Hunde verboten” Schildern investiert. Das gesamte Gelände war mit weit über 20 dieser Schilder gepflastert und damit für uns tabu. Was blieb, war die Suche nach einer Alternative - und das stellte sich dann als Glücksfall heraus. Es hat uns dann auf den Festplatz der Gemeinde WAHLSBURG-LIPPOLDSBERG (09° 33’ 08“ Ost, 51° 37’ 27“ Nord, 5,-- EUR/Nacht inkl. 2,-- EUR Gutschein für die angrenzende Gastronomie, V&E nach Abstimmung möglich, WC) verschlagen. Dieser Festplatz ist eine einfache Wiese in unmittelbarer Nähe zur Weserfähre. Da sich das Wetter inzwischen für Sonne satt entschieden hat und auch die Bierchen sowie das Essen im Landhotel “Zum Anker” hervorragend mundeten fand der Tag doch noch ein versöhnliches Ende.
 

Externsteine

Kaiser Wilhelm Denkmal

Weserstein


Donnerstag, 20.04.
Ziel des Tages und damit fast Ende der Tour ist heute der Ursprung der Weser, der Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. Münden. Geplant war die Übernachtung auf dem SP Tanzwerder, direkt am Weserstein. Doch auch hier machte uns mal wieder eine Kirmes einen Strich durch die Rechnung. Hann. Münden weist ebenfalls 2 weitere Stellplätze aus. Hiervon liegt einer recht abseits (Rattwerder), während der andere (Am Werraweg) ebenfalls an die Innenstadt angrenzt. Nachteil des zweiten SP ist, dass er auch gleichzeitig öffentlicher Parkplatz an einem Schulkomplex ist. So statteten wir der wirklich sehenswerten Innenstadt und natürlich dem Weserstein einen Besuch ab, bevor wir - nachdem wir noch Freunde besucht hatten - nach BÜHREN (www.buehren.de) fuhren. Der naturbelassene SP liegt, gut ausgeschildert, direkt am Ortsrand (09° 40’ 28“ Ost, 51° 29’ 01“ Nord, 2,--/Nacht) und wird betreut vom örtlichen Truma-Servicefachmann. Bühren selbst liegt zwischen Hann. Münden und Göttingen (Achtung: Zwischen Dransfeld und Bühren befindet sich eine relativ enge Unterführung mit 3,20m Durchfahrtshöhe).
Bei Bühren befindet sich das in seiner Art in Nordwestdeutschland einzige “Kreuzstein-Nest” aus dem 11. - 13. Jahrhundert. Bei den 10 Kreuzsteinen handelt es sich um Sühnesteine, die bei Mord von den Tätern und bei Unfällen von den Hinterbliebenen erstellt wurden. Die Lebenden forderten hiermit zum Gebet der armen Seelen auf, da diese Menschen starben ohne kirchliche Sterbesakramente erhalten zu haben. Die bei Bühren 1955 auf einer künstlichen Aufschüttung aufgestellten Steine wurde alle entlang oder in der Nähe vom Harster Heerweg, einer historischen Verkehrslinie, gefunden.
 

Stellplatz Bühren

Thruma Service Bühren

Kreuzsteingruppe


Freitag, 21.04. bis Sonntag, 23.04.
Heute geht es nach einer absolut ruhigen Nacht zu unserem letzten Reiseziel, GÖTTINGEN. Hier in unserer alten Heimat werden wir auf dem SP am Windausweg das Wochenende mit dem Besuch von Freunden und der Familie verbringen, bevor es am Sonntag wieder nach Kiel geht.
Bei unserer Ankunft gönnt uns Göttingen einen strahlend blauen Himmel bei knapp 20 Grad C und so können wir mal einen gemütlichen Nachmittag in der Sonne verbringen. Leider war dies “Sommerwetter” nur ein Ausrutscher und der Samstag ist wechselhaft, bevor es sich am Abend einregnet. Dies hält uns aber nicht davon ab eine Miniforumstreffen abzuhalten. Mein Bruder schaut vorbei und wir schmeißen den Grill an.
Am Sonntag starten wir bereits am zeitigen Vormittag gen Kiel. So umgehen wir die auf Grund eines Jedermann-Radrennens bereits am Vormittag erfolgenden Straßensperren, bevor dann die Ankunft der Niedersachsenrundfahrt am Nachmittag weitere Sperrungen nach sich zieht.

Insgesamt haben wir festgestellt, dass die Weser eine Reise wert ist. Bei etwas besserem Wetter - auch bereits im Vorfeld unserer Tour - hätten wir manch schönen SP besuchen können, den wir auf Grund der weichen Bodenverhältnisse nun gemieden haben. Auch hat das Wetter unsere Absicht, ein wenig entlang der Weser zu radeln, recht konsequent unterbunden.

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